Bundesregierung schönt Armutsbericht

Dieser Artikel (online) in der Süddeutschen Zeitung von heute erscheint mir aufbewahrenswert: „Einkommensverteilung in Deutschland – Bundesregierung schönt Armutsbericht„.

Solange die Märkte noch nicht gesättigt waren, konnte eine auf Wachstum basierende Wirtschaft wohl noch so und so funktionieren. Seitdem wird es kritisch. Die ehemals (quasi auch ehemalige) Soziale Marktwirtschaft ist durch die (in den 1980er Jahren bereits begonnene) Preisgabe der sozialstaatlichen Elemente an die Interessen der Großwirtschaft schon seit längerem einer Art schleichenden Systemwandel unterworfen – so allmählich kann man es eben nicht mehr verheimlichen.
Ein so weitgehendes (bzw. weitgehend authentisches), obendrein offizielles Dokument für das Versagen der Politik können die Versager selbst offenbar nicht ertragen – und manipulieren daran in einer Art und Weise herum, die grundsätzliche Fragen z. B. nach dem Funktionieren dieser Demokratie aufwirft. Aber Verdrängungs-Zyklen in Legislaturperiodenlänge können keine Änderungen bewirken. Was kann man auch schon erwarten, wenn die Verwaltung des Hühnerstalls den Füchsen überlassen wird?
Ein düsterer Aspekt unserer gegenwärtigen Realität – mit ebensolchen Zukunftsaussichten. Bei der Frage nach der weiteren Entwicklung („wo soll das bloß hinführen?“) kommt zunehmend persönliches Unbehagen auf. Ich meine: solche Befindlichkeiten könnten sich in absehbarer Zeit zu einiger staatsbürgerlicher Unruhe entwickeln – sogar in Deutschland…

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