ça marche #3

Indem ich noch ein Mal auf das Thema zurückkome, hoffe ich auf entsprechende Nachsicht, auch was die abermalige Verwendung der Redewendung „ça marche“ samt meiner „Interpretation“ angeht – s. auch den ersten Beitrag „ça marche!“.
Zum vorläufigen und hoffentlich guten Schluß der reichlich langen Episode „Auto-Unfall und Folgen“ kann ich berichten, daß sie so weit glimpflich ausgegangen ist, vorher jedoch noch ein Umweg zu absolvieren war.
Ich hatte zunächst einen „Nachfolger-Mercedes“ gekauft, bei dem Kauf allerdings ungefähr sämtliche Fehler gemacht, die man bei einem Gebrauchtwagenkauf überhaupt machen kann. Von Bässen verstehe ich freilich mehr… Zwar hatte ich lange gesucht, aber der Markt für das angestrebte Modell schien just zu diesem Zeitpunkt wie leergefegt. So neigten sich die zwei Wochen, in denen ich über einen Leihwagen verfügen konnte, dem Ende zu und ich geriet unter Zeitdruck – eigentlich ein erster Fehler. Nächster Fehler: man sollte nicht zu weit (möglichst nicht mehr als 100 km) zu einem Angebot fahren – sonst ist es unterwegs schon vor einer näheren Besichtigung psychologisch so gut wie gekauft. Außerdem: ein (dunkles) Auto im Regen zu besichtigen, kann ebenfalls zu Fehleinschätzungen führen: man sieht die Roststellen nicht. Und man hat wenig Lust, das Ding von unten zu besichtigen (abgesehen davon, daß man dies sowieso in einer Werkstatt tun sollte). Kurz gesagt: ich habe einen offenbar mühsam zusammengeflickten Schrottkarren gekauft, obendrein zu einem überhöhten Preis. Das war sozusagen „ça marche“ in der deutschen Version. Womit dieser verschlagene Hund von bieder wirkendendem mittvierziger Familienvater es verdient hat, daß ausgerechnet ich des Weges kam, steht wohl in den Sternen. Ich sage aus reichlicher Überzeugung: der Blitz soll ihn beim Scheißen treffen.
Nun ist erstmal Pause mit Mercedes. Übrigens besteht meine Auto-Biographie ab 1999 bis jetzt aus insgesamt vier MBs, beginnend mit einem feuerwehrroten 1987er 250 TD der Baureihe W 124, mit dem ich in den folgenden neun Jahren über 300.000 km gefahren bin usw. – zumindest Mercedes-Fahrer werden verstehen: die Umstellung ist nach fünfzehn Jahren gar nicht mal so „ohne“. Aber die W 210er sind mittlerweile größtenteils verrostet und haben allzu häufig manipulierte Kilometerzähler. Und die W 211er hatten erst 2006 eine Modellpflege; vorher sind sie nix und nachher (mir) noch zu teuer.
Nächste Station: meine Vorurteile gegen türkische Autohändler waren bisher sowieso schon recht ausgeprägt (nur Araber sind noch schlimmer). Das hat mir neulich sogar ein befreundeter Türke bestätigt – „isch kenn doch die Mentalität, weisdu“ (er fügte ungefragt hinzu, daß nur Araber noch schlimmer seien). Mit meinem nächsten Kauf scheine ich an eine Ausnahme geraten zu sein. Da kann man mal sehen, wie weltoffen ich trotz allem bin. Ein Stinkstiefel, der mir so etwas als unbelehrbare Blauäugigkeit auslegen wollte. Schließlich habe ich immerhin den Rost-Mercedes auch noch einigermaßen günstig per Inzahlungnahme unterbringen können.
peugeot_407swJetzt ist es also ein Peugeot 407 SW (Diesel) geworden. Deutlich kleiner – eher eine Art „Lifestyle-Kombi“ als ein „richtiger“ Kombi, aber meine Basis-Ausrüstung paßt gut hinein *). Ton und Licht für die PlugAndPlay-Band paßt auch; in der „kleinen Version“ sogar mit Kontrabaß, zur „großen Version“ paßt dann allerdings kein Kontrabaß mehr dazu…
Ça marche? Die Karre läuft jedenfalls wunderbar, auch sparsam **) – und sieht obendrein sogar ganz hübsch aus, finde ich. Außerdem hat Fabrikat und Modell  ein ganz gutes Image bei meinen Automechanikern (wenn auch die Ersatzteile nicht zu den ganz billigen gehören). Also – insgesamt sollte es nun genügend Grund für die „französische Version“ geben: voilà, ça marche!

(Bild anklicken zum Vergrößern.)

*)Kontrabaß, 2x8er Box, Rucksack mit Kabeln und Verstärker.
**)  Zum Beispiel bei 130 km/h mit Tempomat auf der Autobahn so um die 6 Liter Diesel.

Leave a Reaction

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *