Kurzer Gedankenausflug zu Wiedergeburt

Eine Buddhistin erklärte mir einmal, daß sie sich vorwiegend vegetarisch ernähre, jedoch bei anderweitig schwer zu umgehenden Gelegenheiten hin und wieder auch einmal Fleisch zu sich nähme. Sie würde dann eine kleine „Dankbarkeitsmeditation“ für das Tier machen, das sein Leben lassen mußte, um ihr seine Lebenskraft zu schenken. Das gefiel mir irgendwie.
Allerdings wäre es ja zu schade, wenn ein unschuldiges Tier, das mir zur Nahrung diente, keine weitere Chance auf irgendein Dasein mehr haben sollte – aber ich kann mich gewissen Wiedergeburts-Theorien mit „Aufstiegs-Chancen für Tiere und Pflanzen“ trotzdem nicht anschließen. Das heißt, ich kann mir nicht vorstellen, daß Tiere nach Absolvierung einer Phase von ethischer Bewährung – wie sollte so etwas  gehen? –  irgendwann einmal zur Belohnung als etwas so Tolles wie einem Menschen wiedergeboren werden. Wie soll sich denn eine Fliege in ihrer kurzen Lebensspanne verhalten, um beim nächsten Mal vielleicht als ein Fisch wiedergeboren zu werden?  Ein Vogel wird wohl kaum zur Strafe zu einem Regenwurm, bloß weil er mir vielleicht mal aufs Autodach geschissen hat. Das könnte ich nicht glauben – oder ich habe das alles nicht verstanden (hoffentlich werde ICH deshalb nicht heruntergestuft).

P. S. Ich lese zur Zeit das Standardwerk der Spiritisten von Allan Kardec („Das Buch der Geister“, Schirner Verlag). Spiritisten vertreten offenbar die Ansicht, daß nur Menschen als solche wiedergeboren werden. Tierseelen seien anders (einfacher) strukturiert und es gäbe daher für Tiere keine Möglichkeit, als etwas anderes denn als Tier wiedergeboren zu werden. Pflanzen wird keine Seele zugestanden. Das Werk ist im Übrigen insgesamt durchaus nicht uninteressant.

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