Mein Verlobter und ich suchen eine Band

Neulich erreichte mich über ein Internet-Portal ein Gesuch nach einer Band für eine Hochzeit, die ich mir einmal genehmigt habe, recht unverblümt zu beantworten:

„Hallo Frau (Name) & Partner –

Sie haben im Internet-Portal „(Name)“ nach einer Live Musik Band für Ihre Hochzeit nachgefragt: „Angebot inkl. Tontechnik, Lichttechnik, Aufbau, Abbau, Anfahrt, Abfahrt etc. Aufbau bis 15:30 Uhr. Spielzeit von 17:00 Uhr bis 04:00 Uhr. Budget: maximal 1000 EUR„.

Wir sind eine professionelle Band.
Wir haben nicht vor, Ihnen für diese Anfrage ein Angebot zu machen – es interessiert uns nicht. …“

Im Weiteren habe ich noch ein bißchen „vom Leder gezogen“ – so ungefähr, daß das Budget bei der verlangten 11-stündigen Einsatz-Zeit samt der kompletten Service-Palette mit Ton- und Licht-Technik eine Zumutung sei und ab ungefähr 2 km Anfahrtstrecke nicht mal mehr ein Almosen zustande käme. Wenn man es mit dem Hochzeitsessen genauso halten würde, müßte ein Caterer antworten, daß es wohl höchstens irgendwelche Imbißbuden-Betreiber gäbe, die solchen Hochzeitsfest-Anforderungen gerecht werden könnten.
Der gute Schluß:

„Zum Glück ist das alles nicht unser Problem.
Wir wünschen Ihnen jedenfalls trotzdem ein schönes Fest – allerdings mit der Einschränkung einer Amateur-Kapelle auf „Currywurst-Niveau“, die ihren bzw. Ihren Preis wert ist. Mit freundlichen Grüßen – …“

Der Portalbetreiber gibt auf der Seite auch die aktuelle Anzahl der Mitbewerber an, also wie oft die Adresse bereits verkauft wurde. Zu dem Zeitpunkt, als ich mich eingeschaltet hatte, waren es fünf armselige Wichte, die sich in die Schlange gestellt hatten, um dieser formidablen Kundin ein Angebot zu machen.

Ich habe die Mail sicherlich nicht geschrieben, um die Welt zu verbessern. Auch nicht, um eine Antwort zu bekommen.
Es hat mich allerdings auch wenig überrascht, daß dennoch eine kam – nämlich vom Portalbetreiber, bei dem die Dame sich beschwert habe und der sich nun seinerseits bei mir beschwerte.

Ich weiß zwar, daß mir diese Korrespondenz im Grunde wenig mehr genützt hat als der Kundin samt dem Makler, aber dieses Mal mochte ich mich eben nicht zurückhalten.
Man wird es wohl allerseits verschmerzen können.

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