Goslarer Kniffel

Erweiterte Spielregeln für das Kniffel-Spiel

Unsere Eltern Hans-Dieter und Ingeborg Schädlich aus Goslar/Harz haben zu zweit viele Jahre lang sehr oft und ausdauernd „Kniffel“ gespielt. Im Laufe einiger Zeit haben sie die Spielregeln sukzessive abgeändert – und die Änderungen entsprechend weidlich ausprobiert. Das Ziel war, die Balance von „Taktik“ und „Glück/Zufall“ zugunsten der Gewichtung in Richtung der taktischen Möglichkeiten des Spiels zu modifizieren, um nicht zu sagen: zu verbessern. Das ist ihnen in hohem Maß gelungen – würde ich sagen.
Mit dem in diesen Jahren erarbeiteten Regelwerk (keine Sorge: so kompliziert ist es nun auch wieder nicht) haben sie noch viele weitere Jahre gespielt – ja, regelrechte Turniere veranstaltet. Meist waren sie zu zweit, aber oft und wo immer möglich haben auch mein Bruder und ich oder unsere Kinder etc. mitgespielt.
Das Resultat dieser Erfahrungen – deren Anzahl wir auf einige Tausende schätzen können – ist also das folgende, besagte „Regelwerk“, das ich einer geneigten Öffentlichkeit hier zur Verfügung stelle 1.
Download „Regeln“ HIER.

Der Spielplan gehört auch dazu.
Download „Spielplan“ HIER.
Der Plan ist eigentlich fast selbsterklärend. Erwähnenswert sind jedoch diese drei Details:

  • in der ersten Zeile kann sich die Spielerin/der Spieler in das erste Feld (also ganz links oben) mit Namen eintragen, in die weiteren Felder der Zeile eine Ziffer für den jeweils belegten Platz (z. B. wird man eine „1“ eintragen, wenn man die Partie gewonnen hat usf.).
    Da ein Blatt nicht selten über mehr als einen Tag verwendet wird, haben wir oft auch das Datum über die jeweilige Spalte geschrieben.
  • die Zeile mit „63 (35)“ bedeutet, daß zum Resultat der addierten ersten sechs Zeilen („Summe 1 – 6“) eine Zusatzprämie von 35 Punkten hinzuaddiert werden darf, falls diese Summe zunächst 63 oder mehr Punkte erreicht hat. Um ein Resultat von 63 Punkten erst einmal zusammen zu bekommen, müssen ja bei jeder der ersten sechs Ziffern jeweils mindestens drei gleiche Zahlen erreicht werden (ein „Dreier-Pasch“). Werden es aber irgendwo einmal weniger als drei gleiche Zahlen, können die 63 Punkte natürlich trotzdem erreicht werden, indem es gelingt, zu einer anderen Ziffer vier oder gar noch mehr gleiche Zahlen zu würfeln 2.
    Anmerkung: natürlich hat man ab fünf gleichen Zahlen einen „Kniffel“ erreicht, der normalerweise wohl Vorrang bekommt. Falls der aber schon besetzt ist, kann man selbstverständlich alle weiteren „Kniffel“ z. B. in die Spalte mit den Ziffern 1 bis 6 eintragen.
    Auch bei „3er Pasch“, „4er Pasch“, „Full House“ oder „Chance“ könnten im Prinzip weitere Kniffel eingetragen werden – aber das ist natürlich sehr selten.
    (Anmerkung des Autors: ich habe die ersten sechs Zeilen manchmal „die Schule“ genannt. Daß insbesondere die höheren Zahlen hier das Gesamtergebnis verbessern bzw. aufwerten und – einmal ganz im Gegensatz zur „richtigen“ Schule – insofern eine positive Konnotation ins Spiel bringen, ist mir bewußt und offenbart, wenn man es unbedingt so verstehen will, meinen leicht ironischen Unterton im Umgang mit dem Begriff „Schule“. Meinem Vater, einem Lehrer von Beruf, wollte es prompt auch nie gefallen, wenn ich den Ausdruck gebrauchte…)
  • die letzte Spalte auf dem Plan dient dem „Turnier“. Das besteht in sämtlichen zwölf Partien eines Blattes. Falls es nach den vorangegengenen 12 Partien unentschieden steht, kann man noch die 13. Partie spielen, deren Ergebnis dann entscheidet, wer das Blatt, also das Turnier gewonnen hat.
    Man wird die letzte Spalte selbstverständlich weglassen (und nach 12 Partien ein neues Blatt nehmen), wenn einer der Spieler mehr als sechs Partien gewonnen hat.
  1. Eine Kleinigkeit fehlt wohl noch im „Regelwerk“: wir hatten die Gewohnheit entwickelt, die jeweiligen „großen“ Punkte-Ergebnisse bei „Großer Straße“, „Full House“ und „Kniffel“ mit einem Rotstift aufzuschreiben.
    Auch hatten wir bei einem „Kniffel“ die Zahl, mit welcher der Kniffel gewürfelt worden war, ganz klein rechts oben mit in das Feld geschrieben – nur so, oder vielleicht für die Statistik. ↩︎
  2. Rechnen wir es durch: 3×1=3 + 3×2=6 + 3×3=9 + 3×4=12 + 3×5=15 + 3×6=18 macht zusammen, ja, tatsächlich: 63. ↩︎

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